Brevets

Brevets 2007

Fahrzeug : Leitra Sport
Ausstattung: Rohloff
Antrieb mit einer Umlenkung ohne Zwischengetriebe 65 /13 ,
hydraulische Scheibenbremsen Avid Juicy,
Beleuchtung Sigma Powerled, Akku 5500 mA LiIon,

Fahrer : Mikus Alter: 56
Getränke: Wasser mit zusätzlichen Mineralien
Essen: Kohlehydrateriegel, Bananen und was man unterwegs bekommen kann

alle Brevets wurden vom Startpunkt Wachtendonk aus gefahren (600 er Wankum weil der Startpunkt nicht mehr benutzt werden konnte)
200 km
mein erstes Brevet ! Erst mal schauen wie es funktioniert. Der erste Schock kommt als ich den Routenplan sehe. Es ist so klein gedruckt, dass ich ihn selbst mit Brille nicht lesen kann. Auf Grund der Wetterlage beschlägt zudem die Brille ständig, so dass ich nur mit anderen Radlern zusammen fahren kann. Orkanböen und Sturzregen machen den anderen Radlern die Fahrt fast unmöglich. Ich habe Respekt vor der Leistung der Fahrer, die trotzdem durchhalten !
In der Leitra ist es gemütlich und auf Grund der geringen Durchschnittsgeschwindigkeit wird es für mich eine Spazierfahrt durch die schöne niederländische Landschaft. Am Start waren noch einige Liegeradler dabei. Gesehen habe ich sie später nicht mehr.

die 300 km
versuchte ich so vorzubereiten, das ich selbst navigieren konnte. Ich bekam den Routenplan einige Tage vor dem Start und habe mir ihn gross ausgedruckt und mit einer Plastikbindung versehen. Leider war es selbst für die 300 km schon ein kleines Buch. Ich habe mich trotzdem verfahren und entschloss für das nächste Brevet ein Garmin GPS anzuschaffen. Die Fahrt fand bei trockenem, angenehmen Wetter statt. Die ersten 200 km absolvierte ich in 7 Stunden für die letzten hundert brauchte ich 5 Stunden. Eine Panne (Halterung der Radverkleidung gebrochen) und falsche Orientierte führte mich wieder zurück in eine schnelle Rennradgruppe. Mit dieser Gruppe bin ich dann zusammen nach Wachtendonk gefahren. Es waren immerhin die schnellsten. In der Gruppe zu fahren ist an sich sehr angenehm, man macht nur an den Kontrollpunkten im allgemeinen sehr lange Pausen, die ich eigentlich nicht benötigt habe. Die Strecke führte wieder in die Niederlande und war bis auf kleinere Hügel flach. Es waren keine anderen Liegeradler oder Velomobile dabei.
die 400 km
es ist Eiszeit !! Es war Nachtfrost, mein Fotoapparat will nicht mehr und mein neues GPS will auch nicht. Ich habe die Route falsch eingegeben (zu viele Wegpunkte). Also fahre ich versuchsweise nach dem Routenplan. Zwei Ruderliegeräder (ein Tandem, ein Solo) begleiten mich oder ich sie. Da ich schneller fahren kann , fahre ich alleine vor……leider wieder mal falsch. Als ich die Strecke wiederfinde ist auch schon die schnellste Rennradgruppe da. Ich schliesse mich an und fahre mit ihnen gemeinsam nach Simpelfeld in den Niederlanden. Mir ist schon klar, dass bald darauf diese Gruppe zu schnell für mich ist. Die Ardennen sind da!!! Zwei Col de… waren im Routenplan, aber die waren einfach zu fahren…. der Rest hatte es in sich. Richtung Henumont (Belgien) ging es weiter zum Eddy Mercx Denkmal. Schlagloch reihte sich an Schlagloch und Drempel verhalfen mir zur Flugerlebnissen mit der Leitra. Insgesamt mehr als 200 km Berge (Ardennen und Schneeeifel) waren zu absolvieren. Es gab andere Rennradler, denen ich mich anschliessen konnte und auch den einen oder anderen der mich vorbei lassen musste. Unterwegs fast eine Stunde Zwangspause wegen des Amstel-Gold- Race (eine Umfahrung war nicht möglich). Abends im dunkeln war ich wieder mal alleine und fand meinen Weg nicht. Erneuerter Versuch mit dem GPS und es ging!! Die letzten 80 km konnte ich endlich finden. Nach wenigen Kilometern traf ich auch die Ruderliegeradler vom Morgen wieder und konnte Sie gut nach Wachtendonk führen. Sie hatten ebenfalls die Orientierung verloren. Toll fand ich das sehr hohe Tempo was am Ende dieser Tour noch möglich war ( 35 bis 40 km/h +) .Auch jetzt war es wieder sehr kalt. Eine dicke Jacke und Mütze waren selbst in der Leitra angenehm. Ich glaube mancher Rennradler ist fast erfroren. Von 67 Teilnehmern waren 14 vor uns angekommen. Nach Duschen und Essen bis zu meiner Abreise (1 Stunde), war noch kein weiterer Teilnehmer im Ziel. Zeit insgesamt 20 Stunden, reine Fahrzeit 17 Stunden.
Fazit : tolle faszinierende Strecke, aber die Orientierung im Dunkeln war nur sehr schwer möglich. Na ja und 3 ,- € für eine Flasche Wasser in Belgien fand ich auch nicht gerade preisgünstig .
die 600 km

Es ist schon spannend so eine lange Strecke zu fahren. Es fängt an wie in der Ebene üblich, rasend schnell.Die ersten 73 km sind so schnell, dass ich teilweise langsamer fahre um die Mindestzeit nicht zu unterschreiten. Da ich mich trotz GPS mal wieder verfahre ist das aber bald kein Thema mehr. Zusammen mit einem Ruderliegerad-Tandem fahre ich vor den Rennradlern zum ersten Kontrollpunkt. Kurz vor dem Kontrollpunkt verliere ich das Ruderliegerad aus den Augen, da sie hinter mir nach links abbiegen während ich nach rechts fahre. An der Kontrolle treffen wir uns wieder. Danach geht es in die Eifel. Die Berge sind kein Problem und von den Rennradlern ist noch lange nichts in Sicht. Das Wetter verschlechtert sich als es Richtung hohes Venn geht. Nebel und Sichtweiten von weniger als 25 Meter machen fast Schritttempo notwendig, da ich wegen teilweise fehlender Strassenmarkierung manchmal neben der Strasse lande. erst gegen Morgen kann ich wieder normal fahren. Eigentlich schade, da das hohe Venn Velomobiltauglich ist und hohe Geschwindigkeiten ermöglichen würde. Es ist hügelig und der Strassenbelag glatt. Nach weiterer Fahrt durch Luxemburg geht es zurück nach Belgien, Kontrolle in Bastogne. Hier bekomme ich ein tolles Baguette mit Käse und Kaffee in einem Bistro und fühle mich wie im Urlaub. Auf der Fahrt nach Echternach treffe ich einige von den Rennradler wieder, die mich in der Nacht überholt hatten.Sie sind auch in den Bergen langsamer als ich, so dass ich alleine weiter fahre. Immer wieder treffe ich Rennradler , mit denen ich einen Teil der Strecke gemeinsam fahre. Von Echternach führt uns die Strecke zurück nach Deutschland Richtung Wittlich in der Eifel um dort dem Maare-.Mosel-Radwanderweg bis nach Daun zu folgen. Der Nürburgring ruft und das ist deutlich zu hören. Es ist Rock am Ring. An parkenden Autos und reichlich Rockbegeisterten ( die scheinbar auch Leitrabegeistert waren) vorbei fahre ich Richtung Adenau. Dummerweise habe ich in Adenau nicht noch einmal Getränke gekauft. Es war mir dort einfach zu voll. Leider gibt es keine weitere Möglichkeit irgendwo etwas zu bekommen und nach Bad Münstereifel geht es etliche Kilometer nur bergauf. Um 23 Uhr finde ich dann auf der Wasserscheide ein Restaurant, wo ich sehr nett bedient werde und meinen Vorrat auffüllen kann. Nächste Kontrolle ist Euskirchen und der Rest der Strecke ist flach. Mir fallen während der Fahrt die Augen zu und ich bin noch gut in der Zeit. Daher entschliesse ich mich 1 Stunde zu schlafen. Bei der Weiterfahrt bemerke ich , dass meine Bremsen schleifen. Sie sind abgenutzt und durch die automatische Nachstellung kommt es zu dem ungewollten Bremsen. Trotzdem geht es zügig über den letzten Kontrollpunkt Aldekerk zurück nach Wankum/Wachtendonk. Dort werden alle Brevetteilnehmer mit tollen Essen und Getränken empfangen. Nach 35 Stunden Fahrt und fast 640 km beende ich das Brevet (18 . von 35). Ich bin frischer als nach dem 400 er, habe weder Muskel- noch sonstige Probleme .Mir hat alle sehr viel Spass gemacht und die Leitra Sport war für mich das richtige Fahrzeug in den Bergen.

Fazit: Eine Superstecke mit ca .6000 Höhenmetern und einem Mineralwasserpreis in Begien, der glaube ich nicht mehr zu toppen ist …….7, – € für anderhalb Liter